Risiko 01 / 10
Aus einem Register wird ein Zählerwerk.
Das RIPE NCC wird zu einem Anbieter, der „Adresseinheiten" verkauft, statt zu einer Mitgliedervereinigung, die eine gemeinsame Ressource verwaltet. Die gesamte Logik des RIR-Systems verschiebt sich.
Risiko 02 / 10
Bestraft Mitglieder für historische Zuteilungen.
LIRs, die nach den damals geltenden Regeln größere Blöcke erhielten, bekommen eine rückwirkende Steuer. Sie haben sich an die Policy gehalten — und werden dafür extra zur Kasse gebeten.
Risiko 03 / 10
Setzt Anreize für Schein-LIRs und Fragmentierung.
Skalieren die Beiträge mit den Beständen, ist der rationale Schritt, Ressourcen auf mehrere juristische Personen aufzuteilen. Das ist das Gegenteil dessen, was die RIPE-Policy erreichen will.
Risiko 04 / 10
Überproportional harter Schlag in großen Märkten.
Netze, die große Nutzerbasen bedienen — typisch in GUS, MENA, der Türkei und Teilen Afrikas — würden weit mehr zahlen, ohne dafür eine zusätzliche Leistung zu erhalten.
Risiko 05 / 10
Mitgliedskosten werden unvorhersehbar.
Transfers, Audits, Deregistrierungen, sogar Marktpreise — all das fließt in Ihre Jahresrechnung ein. Die Budgetierung eines LIRs wird zur Rateübung.
Risiko 06 / 10
Erzeugt einen Interessenkonflikt im RIPE NCC.
Hängen die Einnahmen vom Volumen der verwalteten Ressourcen ab, hat die Organisation ein wirtschaftliches Interesse daran, IPv4 knapp zu halten, Rückforderungen zu verschärfen und Transfers zu erschweren.
Risiko 07 / 10
Eine direkte Steuer auf IPv6-Einführung.
Jedes Modell, das IPv6-Präfixe in die Rechnung einbezieht, macht die architektonisch richtige Entscheidung zur teuren. Das widerspricht der erklärten Richtung der Community selbst.
Risiko 08 / 10
Rechtlich angreifbar.
Ungleiche Preise zwischen Mitgliedern desselben Vereins sind nach EU- und niederländischem Recht schwerer zu verteidigen als ein einheitlicher Beitrag — erst recht, wenn die erbrachte Leistung identisch ist.
Risiko 09 / 10
Der eigentliche Profiteur ist das RIPE NCC selbst.
Der Wechsel zu einem ressourcenbasierten Beitrag ist am ersten Tag ein großer Mittelübergang aus den Budgets einiger hundert LIRs in das Budget des RIPE NCC — für genau dieselben Leistungen wie im Vorjahr. Die Community gewinnt nichts. Die Organisation bekommt eine Sondereinnahme. Die Rechnung zahlen die Betreiber, die am meisten Traffic und am meisten Infrastruktur tragen.
Risiko 10 / 10
Die Abstimmung selbst ist strukturell unfair.
Ein LIR — eine Stimme. Aber ein ressourcenbasiertes Modell ist eine finanzielle Entscheidung, die fast ausschließlich eine Minderheit größerer LIRs trifft — und diese Minderheit ist im Saal zahlenmäßig deutlich unterlegen. Die zahlenmäßige Mehrheit kleinerer LIRs wird gebeten, darüber abzustimmen, dass größere LIRs mehr zahlen sollen — ohne irgendein Gegengewicht an Stimmkraft auf der anderen Seite. Wäre die Generalversammlung mit gleich vielen LIRs jeder Größenklasse besetzt, könnte das Ergebnis objektiv heißen. So wie es ist, ist es die Mehrheit, die die Minderheit besteuert — genau das, wozu ein Mitgliederverein keinen Mechanismus liefern sollte.